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06. Oktober 2011
Hochspannung in Malaysia

Das Österreichische Nationalteam reiste am 3. Oktober 2011 um 23:20 von Wien über Bangkok nach Kuala Lumpur, wo es am Dienstag, 4. Oktober 2011, um 19:50 landete. Von dort ging es per Bus 140 km weiter in das an der Westküste Malaysias gelegene Melaka. In der Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates wird vom 13. bis 16. Oktober 2011 die 7. Weltmeisterschaft der Junioren und Kadetten stattfinden. Im Melaka International Trade Center (MITC), im Stadtteil Ayer Keroh, ca. 9 km vom Stadtzentrum entfernt gelegen, werden 1.200 Athleten aus 100 Nationen aufeinander treffen, um in den Kategorien Kadetten (14- und 15-Jährige), Junioren (16- und 17-Jährige) und Under 21 (18-, 19- und 20-Jährige) um Titel und Medaillen zu kämpfen.

Österreichs Auswahl besteht aus folgenden Athleten:

Christoph Erlenwein, O.Ö. (Kata Junioren, Kata Team)
Michael Erlenwein, O.Ö. (Kata Team Junioren)
Manuel Gorjanac, O.Ö (Kata Team Junioren)
Melanie Mayerhofer, N.Ö. (Kata Juniorinnen)
Sara Stojanovic, N.Ö. (Kata U 21)
Luca Rettenbacher, Sbg. (Kumite Kadetten -52 kg)
Stefan Pokorny, Sbg. (Kumite U 21 -68 kg)
Alisa Buchinger, Sbg. (Kumite U 21 -60 kg)
Nathalie Reiter, Sbg. (Kumite U 21 +60 kg)
Bettina Plank, Vbg. (Kumite (U 21 -53 kg)
Tobias Muther, Vbg. (Kumite Junioren -76 kg)

Unter der Leitung von Sportdirektor und Bundestrainer Mag. Ewald Roth werden die Athleten betreut von den Bundestrainern Manfred Eppenschwandtner, Dragan Leiler und Mag. Marco Kassmannhuber sowie vom Masseur Stephan Zurkuhlen. Als Kampfrichter werden Alois Wiesböck und Peter Seewald in Malaysia im Einsatz sein.

Für Österreich wird es bei dieser WM bereits vor Beginn der eigentlichen Wettkämpfe spannend: Am 12. Oktober 2011 wird nämlich das Executive Committee der World Karate Federation (WKF) die Entscheidung über die Vergabe der Weltmeisterschaft 2016 treffen. Der Österreichische Karatebund hat am 31. Januar 2011 mit einem Letter of Interest seine Bewerbung für dieses höchstrangige Turnier des Karatesports bekanntgegeben und am 31. März 2011 das offizielle Bewerbungsdossier eingereicht. Weitere Bewerber für die Ausrichtung der WM 2016 sind Türkei (Istanbul), Kroatien (Zagreb), Australien (Melbourne) und Indonesien (Jakarta). „Unsere Bewerbungsdossier ist sehr positiv aufgenommen worden“, zeigt sich Sportdirektor Roth optimistisch über die Chancen für einen Zuschlag an Österreich. Zwar sei es sportpolitisch nicht ganz unproblematisch, daß nach der WM 2008 in Tokio alle Weltmeisterschaften in Europa stattgefunden hätten bzw. stattfinden würden (2010 Belgrad, 2012 Paris, 2014 Bremen), doch Europa sein nun einmal das Zentrum des Karate in der Welt und der Weltverband sei an zuverlässigen Ausrichtern und berechenbaren Verhältnissen interessiert. „Unsere stärkste Konkurrenz ist daher sicher Zagreb, der kroatische Verband hat sich einen guten Ruf als Veranstalter erworben.“ Doch Österreich, so Roth, habe sich in den letzten Jahren auch sehr gut positioniert, daher bewerte er die Chancen für Entscheidung zugunsten Österreichs mit mehr als 50 %.

„Für uns ist diese WM 2016 ein absolutes Leitprojekt, auch was die sportliche und organisatorische Weiterentwicklung des Verbandes betrifft“, streicht Roth die Bedeutung dieser am 12. Oktober 2011 anstehenden Entscheidung hervor. Eine zusätzliche Perspektive für die Attraktivität der Veranstaltung ergibt sich dadurch, daß im Jahr 2013 ein weiteres Mal die Abstimmung über die Aufnahme von Karate in das Programm der Olympischen Spiele ansteht. Karate hat es, so wie auch 2009, geschafft, in die Shortlist des IOC aufgenommen zu werden. Auf dieser Shortlist befinden sich neben Karate noch Baseball, Softball, Rollersport, Sportklettern, Wushu, Squash und Wakeboard. Aus dieser acht Sportarten umfassenden Shortlist soll im Laufe des Jahre 2012 eine weitere, kürzere Shortlist entstehen, aus der dann eine oder maximal zwei Sportarten für das Programm der Olympischen Spiele 2020 ausgewählt werden sollen.

Bei der WM in Malaysia sieht Roth durchaus Medaillenchancen für die heimischen Athleten. Besonders Alisa Buchinger und Bettina Plank seien nach ihren Leistungen im heurigen Jahr heiße Tipps. Aber auch das Kata-Team (Erlenwein, Erlenwein, Gorjanac) habe nach dem dritten Platz bei der Junioren-EM in Novi Sad im Februar dieses Jahres durchaus Aussichten auf eine Plazierung unter den Top 5. Allerdings sei mit Manuel Gorjanac, der den aus Altersgründen ausgeschiedenen Armin Hajdarevic ersetzt habe, ein neuer Sportler im Team, der seine Feuerprobe bei einem internationalen Großevent erst bestehen müsse.

Am Mittwoch, 19. Oktober 2011, wird die österreichische Equipe um 05:35 Uhr wieder in Wien ankommen, hoffentlich mit Medaillen und einer positiven Entscheidung über die WM 2016 im Gepäck.
 

 
  levelseven.at