Bei den EKF Karate-Europameisterschaften vom 20. bis 24. Mai 2026 in Frankfurt schrieb das österreichische Nationalteam ein beachtliches Kapitel: Erstmals seit 2014 zog das Damen-Kumite-Team wieder in ein EM-Halbfinale ein – und sicherte sich damit auch das begehrte Ticket für die Team-Weltmeisterschaft im November in China. Mittendrin: zwei Karateka aus Oberösterreich.
Lejla Topalovic (Karate-do Wels) war in Frankfurt gleich in zwei Bewerben im Einsatz. Im Einzel der Klasse -61 kg erhielt sie in der ersten Runde ein Freilos, schied jedoch in Runde zwei aus. Ihren stärkeren Auftritt lieferte sie im Damen-Team-Bewerb, als fester Bestandteil der österreichischen Auswahl unter Teamchef Juan Luis Benitez Cardenes. Österreich startete stark in den Bewerb: Im Auftaktduell gegen die Slowakei (2:0) kämpfte sich Topalovic nach einem Rückstand zurück und sicherte mit dem entscheidenden Treffer kurz vor Ablauf der Zeit den ersten Punkt für ihr Team. Auch beim 2:1 gegen die Schweiz und beim nervenaufreibenden 2:0-Viertelfinalerfolg gegen Serbien war sie mit von der Partie – ihr Kampf gegen die Serbin Teodora Krstovic endete nach einem hart umstrittenen Finaltreffer mit einem Remis, das für Zündstoff sorgte.
Einen zusätzlichen Schatten auf die Vorbereitung warf die verletzungsbedingte Absage von Lora Ziller, die kurzfristig durch die Salzburgerin Emma Schütze ersetzt wurde.
Im Halbfinale gegen Gastgeber Deutschland geriet Topalovic gegen Hannah Riedel unter Druck und verlor ihr Match mit 1:5. Das Team unterlag dem späteren Europameister Deutschland knapp mit 1:2. Im kleinen Finale gegen Kroatien – ein Team mit gleich drei EM-Finalistinnen – musste Topalovic der -61-kg-Vizeeuropameisterin Greta Zorko mit 1:5 den Vortritt lassen. Auch der Gesamtvergleich ging mit 1:2 an Kroatien, womit Österreich schlussendlich den fünften Platz belegte. Das entscheidende Highlight: Da Halbfinalgegner Deutschland den EM-Titel holte, erhält Österreich gemäß Reglement das Team-WM-Ticket.
Im Einzel-Bewerb der Herren zeigte Mykyta Hrihorashenko (Karate-do Wels) in der Klasse -75 kg eine solide Leistung. Der Welser setzte sich in seiner Auftaktrunde gegen den Mazedonier Ljupche Mihajlov klar mit 3:0 durch und zog damit ins Achtelfinale ein. Dort traf er auf den Slowaken Martin Ciaky und unterlag mit 1:6.
Für ein weiteres österreichisches Ausrufezeichen sorgte zudem die Burgenländerin Tamara Lehner: Die erst 17-jährige Kata-Athletin erreichte als jüngste Starterin des Bewerbs sensationell das Bronze-Match und belegte den starken fünften Platz.
Fotos: Karate Insights/Martin Kremser



















